Schüleraustausch in den USA
mein Highschooljahr in Amerika mit ODI
Marleen | |
2020 |
Ich habe die USA mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen, denn nach 10 Monaten ist es schade, sein amerikanisches Leben zurückzulassen, aber schön, seine deutsche Familie wiederzusehen.

Meine Zeit im Ausland hat im Jahr 2020 begonnen. Jetzt fragt ihr euch sicherlich, 2020, inmitten der Corona Pandemie? Nun ja, mein Jahr im Ausland war alles andere als ein „normales Highschooljahr“, und dennoch war es eine Zeit, welche ich nicht missen wollen würde. Doch beginnen wir von Anfang an.
Ich hatte schon Mitte Mai den ersten Kontakt mit meiner Gastfamilie. Bei jeder Email, die wir uns hin- und herschickten, wurde die Vorfreude auf mein Auslandsjahr größer. Natürlich freute ich mich riesig über die Nachricht, dass Austauschschüler trotz Einreisebeschränkungen in die USA reisen durften und mir meine Organisation dies trotz Reisewarnung möglich gemacht hat.
Innerhalb von 2 Wochen ging alles sehr schnell: Packen, telefonieren, Flug buchen, Coronatest… und ehe ich mich versah, war ich schon in Minnesota bei meiner Gastfamilie.
Meine Gasteltern und meine beiden Gastschwestern waren offen und willkommenheißend, und ich fühlte mich jeden Tag, den ich dort verbrachte, ein Stück mehr zu Hause. Gerade die Einschränkungen der Coronakrise machten mir das Leben nicht leicht: Viel Zeit im Haus, viele Events wurden abgesagt, nur 2 Tage die Woche Präsenzunterricht. Doch auch wenn mir der Anfang teilweise langsam und schwierig vorkam, habe ich viel erlebt.
Meine Familie hat mich in viele Aktivitäten miteinbezogen. So war ich von Anfang an ein Teil der Christlichen Gemeinschaft meiner Gastfamilie, mit welcher wir viel unternommen haben und wo ich letztenendlich meine besten Freunde kennengelernt habe. Jeden Sonntag ging es in die Kirche, und es gab regelmäßige Youthgroup-Abende oder „Big Nights“, in denen Bibelunterricht gehalten wurde oder wir gemeinsame Aktionen wie Lagerfeuer oder Spieleabende gemacht haben. Auch in die Schule bin ich gerne gegangen. Kurse wie Kochen, Band, Psychologie aber auch Amerikanische Geschichte waren interessant und haben mir viel Spaß gemacht. Nachmittags habe ich bei fast jedem Fußballspiel meiner Gastschwestern oder anderen Sportevents angefeuert.
Nach einem Herbst mit Apfelfarm, Kürbisschnitzen und Halloween wurde es richtig kalt und weihnachtlich in Minnesota. Es wurde viel dekoriert, gebacken und gepuzzelt. Die Weihnachtszeit war zwar eine Zeit, in welcher wir fast gar keine Schule hatten, die dennoch sehr schön und familiär war. Weihnachten haben wir mit viel Besuch und vielen Geschenken gefeiert. Das neue Jahr habe ich bei einer Freundin gefeiert und die darauffolgende Woche haben wir mit Schlittschuhfahren, Schlittenfahren und Schneemannbauen verbracht. Ab Mitte Januar haben sich für mich persönlich viele Dinge gebessert. Ich konnte Teil des „Winter-Cheer-Teams“ sein. Ich bin mit noch mehr Menschen in Kontakt gekommen und hatte viele neue Möglichkeiten, meine Freizeit zu gestalten. Im Februar sind meine Gastfamilie und ich für eine Woche nach Florida gereist, welches eine schöne Gelegenheit war, aus dem kalten Minnesota rauszukommen. Dort haben wir viel Zeit am Strand und bei Familienangehörigen verbracht und alle zusammen „Superbowl“, das Football-Finale, geguckt.
Nachdem im März langsam der Schnee taute und die Gegend wieder grün wurde, hat sich nochmal mehr geändert. Eine erfolgreiche Cheer-Season war vorbei, und eine neue Sportsaison fing an. In der Frühjahrs-Saison war ich ein Teil des Leichtathletik-Teams und konnte somit die Erfahrung machen, wie es ist, jede Woche an 1-2 Wettkämpfen teilzunehmen. Die letzten Monate meines Auslandsjahres habe ich mit als die schönste Zeit erlebt. Es war fast so, wie man sich eine Zeit ohne Corona vorstellt. Ich habe mich oft mit Freunden getroffen und wir sind zu „The Blast“ gegangen, der besten Eisdiele in der kleinen Stadt. Auch die Schule fand 4 Mal die Woche in Präsenz statt. Als Höhepunkt dieser Zeit ist meine Gastfamilie mit mir nach South Dakota gefahren, wo wir in den Black Hills wanderten, einen Stopp bei den Badlands machten und Mount Rushmore besichtigten.
Aufgrund des warmen Wetters haben wir zudem viel Zeit auf einem der unzähligen Seen in Minnesota verbracht. Nicht ohne Grund wird Minnesota „The land of 10.000 lakes“ genannt. Meine Gastfamilie besitzt ein eigenes Motorboot, mit welchem man sogar Wasserski fahren und „Tubing“ machen kann. Auch Prom und zahlreiche Graduationparties (Schulabschlussfeiern) standen auf dem Sommerprogramm. Mein Auslandsjahr beendete ich schließlich mit dem krönenden Abschluss einer Party, zu der viele Freunde aus der Kirchengemeinde, aber auch vom Sport und aus der Schule kamen. Ich habe die USA mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlassen, denn nach 10 Monaten ist es schade, sein amerikanisches Leben zurückzulassen, aber schön, seine deutsche Familie wiederzusehen.
Grundsätzlich war das Auslandsjahr eine herausfordernde, aber auch unfassbar schöne Zeit, durch die ich persönlich viel gewachsen bin und Freundschaften fürs Leben geknüpft habe. Ich bin dankbar, diese Möglichkeit gehabt zu haben und würde es zu jeder Zeit wieder machen.
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