Schüleraustausch als Realschülerin: Interview mit Alice

Schüleraustausch: Nicht nur für Gymnasiasten! Alice im Interview

Ein Schüleraustausch bietet dir die einzigartige Chance, schon in jungem Alter von 14-18 Jahren in bisher fremde Kulturen einzutauchen, viel Neues zu erleben, eine Sprache innerhalb kürzester Zeit zu lernen und dabei persönlich zu wachsen.

Bisher sind Gymnasiasten allerdings deutlich in der Überzahl unter den Austauschschülern. Dabei steht ein Austauschjahr Schülerinnen und Schüler aller Schularten offen. Wir haben mit Realschülerin Alice gesprochen, die gerade ihren Schüleraustausch in Thailand verbringt.

Schüleraustausch als Realschülerin: Interview mit Alice

Hallo Alice, stell dich bitte kurz vor und erzähle uns von deinem Schüleraustausch!

Hey, mein Name ist Alice, ich bin 17 Jahre alt und komme aus Baden-Württemberg. Mein Auslandsjahr verbringe ich in Thailand, in der Provinz Nonthaburi, die nur 20 Kilometer von Bangkok entfernt ist. In 3 Monaten werde ich schon wieder zurück nach Deutschland fliegen. Die Zeit vergeht viel zu schnell!

Wie bist du darauf gekommen, einen Schüleraustausch zu machen?

Als mein Vater 17 Jahre alt war hat er 10 Monate in den USA verbracht. Noch bis heute erzählt er viel davon und der Kontakt besteht noch immer nach Amerika. Das hat es für mich sehr interessant gemacht, sodass ich schon mit 13 Jahren wusste: Nach der Realschule möchte ich ins Ausland! Außerdem arbeiten meine Eltern bei der Firma Würth, die für Mitarbeiterkinder Teilstipendien für die Austauschorganisation AFS anbieten. Auch das war ein entscheidender Punkt für mich, warum ich meinen Schüleraustausch mit AFS mache.

Es gibt das Vorurteil, Schüleraustausch sei nur etwas für Gymnasiasten oder gar „ein Elite-Ding“. Wie hast du das wahrgenommen?

Vorurteile gegenüber Realschülern habe ich in meinem Austausch bis jetzt nicht erlebt. Nur manchmal kam ich mir weniger gebildet vor, als mir bewusst wurde, dass die meisten Austauschschüler Gymnasiasten sind. Damit hatte ich aber persönlich viel mehr Probleme, als die Gymnasiasten.

Welche Vorteile siehst du im Schüleraustausch?

Ein Auslandsjahr bring sehr viele Vorteile mit sich. Man findet eine zweite Familie und baut Freundschaften auf, welche das ganze Leben lang halten können. Man lernt eine neue Kultur kennen und lernt das zu schätzen, was man in Deutschland als selbstverständlich ansieht. Du wirst selbständiger, setzt dich Situationen aus, welche du in Deutschland umgangen hättest und wächst dadurch in deiner Persönlichkeit.

Was waren deine Top 3 Highlights im Schüleraustausch?

Meine 3 schönsten Erlebnisse sind schwer zu finden, weil allein die Tatsache, dass ich meinen Schüleraustausch in Thailand verbringe, ein sehr großes Erlebnis ist. Jedoch habe ich Dinge erlebt, die mich zum Staunen gebracht haben und die ich so woanders wahrscheinlich nie erlebt hätte.

Mit AFS Thailand habe ich die Möglichkeit, zwei Mal in einem Semester einen 2-wöchigen Austausch zu machen. Quasi ein Schüleraustausch im Schüleraustausch. Ich habe die unterschiedlichen Kulturen, Landschaften und Lebensweisen in Thailand kennengelernt. Ich war einmal im Norden und das andere Mal im Süden und beides hat sich ein bisschen wie Urlaub angefühlt, da die Menschen auf dem Land viel entspannter leben als hier in der Region um Bangkok. Und innerhalb der zwei Wochen habe ich jeweils so viele tolle Menschen kennengelernt, die ich jetzt meine Freunde nenne.

Mein zweites Highlight war in dem Week-Exchange im Süden. Mit vier Lehrern bin ich für ein Wochenende auf die Insel Koh Lipe gefahren. Dass das Wasser so türkis und der Stand so golden sein kann, kannte ich vorher nur aus Filmen. Beim gemeinsamen Schnorcheln haben wir wunderschöne bunte Fische gesehen. Die Unterwasserwelt war so friedlich. Es war traumhaft schön.

Mein drittes Highlight habe ich in einem Meditationscamp erleben dürfen. Hier habe ich eine Woche in meiner eigenen kleinen Hütte leben dürfen und hatte den gleichen Alltag, wie es die buddhistischen Nonnen haben. Es war definitiv eine Challenge für mich, da ich eine lebenslustige Person und gerne unter Menschen bin. Ich habe dort gelernt mit der Stille umzugehen und hatte viel Zeit über Dinge nachzudenken. Ich habe auch viel über den Buddhismus gelernt. Es gab einen Mönch aus Australien, der mir auch geholfen hat meine Gedanken zu ordnen. Meditieren hat nicht geklappt, dafür hatte ich Zeit für mich und habe gratis sogar mehr als 40 Moskito Stiche bekommen.

Weißt du schon, was du nach dem Schüleraustausch machen wirst?

Nach meinem Austausch werde ich meine freie Zeit mit Praktika und Ferienjobs füllen, damit ich etwas zu tun habe und hoffentlich nicht in ein "Tief" fallen werde, solange alle in meinem Umfeld noch Schule haben. Nach den Sommerferien werde ich an ein Aufbaugymnasium wechseln, für welches ich mich schon vor meinem Auslandsjahr beworben hatte. Danach möchte ich auf jeden Fall zurück nach Thailand gehen, um mit dem Rucksack durch das Land zu reisen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wie auch Alice verbringen viele Jugendliche ihren Schüleraustausch mit finanzieller Unterstützung durch Stipendien. Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten finanzielle Unterstützung für ein Auslandsjahr zu bekommen. Stipendien für Mitarbeiterkinder sind eine Möglichkeit, Auslands-BAföG eine andere. Zum Thema Stipendien und finanzielle Unterstützung kannst du dich gerne in unserer der Rubrik „Finanzierung und Stipendien“ weiter informieren.